Florian und Johanna Wörndl

Unsere Bergader Bauern im Interview

Als Familienunternehmen mit langjähriger Tradition liegt uns das partnerschaftliche Verhältnis mit all unseren Milchlieferanten besonders am Herzen. Wenn man auf den idyllisch gelegenen Hof der Wörndls kommt, wird einem eines sofort bewusst: Landwirtschaft ist hier noch eine Lebensform.

Landwirtschaft ist eine Lebensform.

Florian Wörndl

Von Klein bis Groß packen im Nebenerwerbsbetrieb mit rund 24 Milchkühen alle mit an. Das geht los bei der täglichen Stallarbeit, dem Austrieb auf die Weide hört beim abendlichen Rundgang über den Hof noch lange nicht auf. „Die Arbeit auf dem Hof gehört zu unserem Leben – und da sind alle mit dabei“, erklärt Bäuerin Johanna. Die Wörndls gehören zu einem der traditionell geführten Betriebe im Voralpenland und setzen seit ein paar Jahren auf Kombinationshaltung.

Seitdem kommen die Milchkühe der Wörndls nach dem ersten Schnitt den ganzen Sommer bis in den späten Herbst hinein auf die Weide direkt hinter dem Hof. Für das Jungvieh geht es seit jeher auf die Alm, die Trockensteher sind das ganze Jahr draußen – eine Selbstverständlichkeit für den Familienbetrieb. „Ob man Weidehaltung umsetzen kann, hängt von vielen Bedingungen ab – nicht jeder Betrieb hat die Voraussetzung dafür und eine große Wiese hinter dem Hof“, so Florian Wörndl.

Nachhaltigkeit bedeutet hier im Betrieb, dass man Entscheidungen trifft, die im Laufe der Zeit auch der nächsten Generation zugutekommen

„Wenn man einen 80-jährigen Landwirt fragen würde, was Nachhaltigkeit ist, könnte er mit dem Begriff, so wie er heute verwendet wird, nichts anfangen. Gleichzeitig ist er tief mit dem Nachhaltigkeitsgedanken verbunden, da es für ihn schon immer die Normalität war“, erklärt Wörndl. „Man lebt das hier von vorne bis hinten, weil es anders gar nicht möglich ist. Aber wir sind es nicht gewohnt, als Landwirt darüber zu sprechen.“ Für den Familienbetrieb unweit des Chiemsees ist das eine Grundbedingung und Selbstverständlichkeit. So bewirtschaftet Florian Wörndl auf seinen 25 Hektar ausschließlich Grünland. Selbst bei viel Regen besteht für die Böden kaum ein Risiko für die Auswaschung von Nitrat. Zudem wird sehr viel CO2 in der Wurzelmasse gebunden.

Auch die Artenvielfalt und Diversität auf den Flächen wird gefördert. Gerade im Alpenvorland ist durch den hohen Niederschlag die Nutzung von Grünland durch Weidehaltung oft die einzig mögliche Wertschöpfung. „Es ist das Naheliegendste, die Flächen in unserer Gegend so zu nutzen“, so der Landwirt. „Unsere Wiesen und Almen haben letztendlich einen wirtschaftlichen, ökologischen und auch sozialen Mehrwert.“ Diesen Gedanken teilt er mit Bergader, die er seit gut zehn Jahren beliefert. „Bergader versucht, alle Betriebe so gut es geht mitzunehmen, ohne Druck aufzubauen. So werden auch kleine Familienbetriebe unterstützt.“, erklärt Florian Wörndl.