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Schneechaos: Bergader-Landwirte und Milchsammelwagenfahrer bewältigen extremen Wintereinbruch

Waging am See, 28. Januar 2019

Steile Hänge, lange Wege und schweres Gerät – diese Kombination ist für die Bergader Bergbauern nicht nur im Sommer bei der Bewirtschaftung der Bergwiesen eine Herausforderung. Auch für die Milchsammelwagenfahrer birgt das bergige Gebiet ein Risiko – gerade bei den starken Schneefällen, die die Höfe im Bergader-Milcheinzugsgebiet in den letzten Wochen unter einer dicken Schneedecke begraben haben. Mehr als die Hälfte des Gebiets liegen in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach, die in den ersten Januarwochen den Katastrophenfall ausgerufen hatten.

 

Schneeketten im Dauereinsatz

Besonders betroffen waren die hoch gelegenen Bergbauern-Regionen. Dort war in diesen Tagen ohne Schneekette kaum ein Vorankommen möglich – die ersten Milchsammelwagenfahrer waren frühmorgens noch vor den Schneeräumfahrzeugen unterwegs, die schmalen Zufahrtsstraßen zu den Höfen waren kaum passierbar. Die Tankwagenfahrer Erwin Reisberger und Toni Lettenbichler sind im Landkreis Miesbach unterwegs. Viele der Bergbauernhöfe liegen auf über 800 Metern. „Am wichtigsten sind gut gesteckte Schneezeichen am Straßenrand. Wenn die Straße zwischen den Schneebergen nicht mehr zu sehen ist, orientieren wir uns an den Pfosten. Die letzten Wochen waren wir außerdem fast immer mit Schneeketten unterwegs, die geben dem schweren Tanklaster mehr Halt. Trotzdem bin ich zweimal stecken geblieben – ein anderer Milchsammelwagen und ein Landwirt konnten mich aber befreien und ich meine Tour fortsetzen“, berichtet Toni Lettenbichler. „Mit dem Risiko muss man als Milchfahrer leben – in den Bergregionen sind wir aber strenge Wintertage gewöhnt und gut darauf vorbereitet“.

 

Gefahr Dachlawinen

Die Kälte der letzten Tage hat die anfangs weichen Schneeberge in harte Eiswände verwandelt. Erwin Reisberger ist bei seinen Touren hochkonzentriert: „Das große Fahrzeug unbeschadet durch die schmalen Straßen zu lenken, ist oft eine Herausforderung. Wenn es wieder wärmer wird, müssen wir dagegen auf mögliche Schneelawinen von den Dächern achten. Landwirte mit mobilen Tanks ziehen diese dann weiter vor auf die Straße, da helfen wir zusammen.“

 

Positive Bilanz: Fast ausnahmslose Milchabholung möglich

Den Schneemassen zum Trotz zieht Jürgen Dorfer, Leiter des Rohstoffmanagements bei Bergader, nach den angespannten letzten Wochen eine positive Bilanz: „Unsere Aufgabe als Molkerei ist es, die Milch zuverlässig bei den Bauern abzuholen. Diese Verpflichtung nehmen wir ernst und arbeiten intensiv daran, ihr auch unter schwierigen Wetterverhältnissen nachzukommen. Unsere Landwirte und Milchsammelwagenfahrer erbringen eine herausragende Leistung um die Milch sicher von den Höfen zu den Bergader Betriebsstandorten zu bringen. Bisher konnte die Milch nur bei zwei Landwirten in Holzkirchen und Siegsdorf nicht abgeholt werden.“

Ein umgestürzter Baum und eine Schneeverwehung hatten die Zufahrtsstraßen zu den Höfen der betroffenen Landwirte unpassierbar gemacht. Das Unternehmen entschied kurzfristig, den betroffenen Landwirten für die Milchmenge den vollen Milchpreis zu erstatten.

Eisgekühlt – ein besonders kreativer Landwirt hat dem Schnee auch positive Seiten abgewonnen und die Schneemassen kurzfristig zur Milchkühlung genutzt.
Hier entsteht die Milch für unsere Bergader Käsespezialitäten

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Bergader Milchlieferanten nach Region.

Bergader Milchbauern-Karte