Basil Weixler und die gewachsene Tradition

veröffentlicht am Dienstag, den 08. Juli 2014

Die 112-jährige Geschichte der Privatkäserei Bergader begann kurz nach der Jahrhundertwende.

Der aus dem Allgäu kommende Firmengründer Basil Weixler betrieb zu dieser Zeit im kleinen oberbayerischen Leobendorf eine der damals üblichen Dorfkäsereien.

Schon die ersten Aufzeichnungen aus dem Jahr 1902 zeigen, dass Basil Weixler nicht nur ein tüchtiger Fachmann war, sondern im Alter von 21 Jahren schon kaufmännisch schlau zu handeln wusste. Seine Aufzeichnungen sind sauber geordnet und auch in Stenografieschrift verfasst, damit niemand Einsicht in seine Geschäftsbetriebe nehmen oder etwa seine Käse- oder Butterabnehmer herausfinden konnte. 

Ganz geruchlos ging es damals nicht zu: die ersten Käsespezialitäten, die produziert wurden waren echt bayerische Deftigkeiten wie Romadur und Limburger.

Einige Jahre später nutzte Basil Weixler eine Chance und erwarb eine Molkerei im nahegelegenen Traunstein. Ab diesem Zeitpunkt standen neben Weichkäse auch Butter- und Frischmilchprodukte auf dem Programm.

Nach dem ersten Weltkrieg begann Basil Weixler einen weitgreifenden Expansionsprozess und pachtete im Rupertigau alle Dorfkäsereien, die er bekommen konnte, zehn insgesamt. Mit diesen Käsereien als Grundlage wagte sich Basil Weixler über die bayerischen Grenzen hinaus und beginnt einen schwungvollen Landbutter-Handel, der sogar bis ins „feindliche“ Preußen hinaufreichte.

In dieser Zeit tauchte bei Basil Weixler auch zum ersten Mal ein Gedanke auf, der ihn nicht mehr loslassen sollte und der das Familienunternehmen bis zum heutigen Tag prägt: man müsste eine Spezialität schaffen, etwas Besonderes, das die Konkurrenz so nicht bietet.

Sein Blick fiel dabei auf den französischen Roquefort. Zwar galt es in dieser Zeit als unmöglich, dass man einen vergleichbaren Käse außerhalb der Roquefort-Höhlen, mit ihrem für die Käsereifung idealen Klima, herstellen konnte, doch Basil Weixler ließ sich von dieser Herausforderung nicht abhalten. Nach vielen Experimenten mit dem Edelpilz „penicillium roqueforti“ und Kuhmilch gelang es ihm 1927 den ersten „Roquefort aus Kuhmilch“ auf den Markt zu bringen.

Als „Bayerischer Gebirgsroquefort“ wurde diese Käseinnovation schnell bekannt. So bekannt, dass die französische Konkurrenz schnell einen Prozess anstrebte, um Basil Weixler die Verwendung der Bezeichnung „Roquefort“ zu untersagen. Nach einem aufsehenerregenden Prozess musste Basil Weixler seinen Käse zwar umbenennen, genutzt hat ihm dieser Prozess aber dennoch: durch die jahrelange Berichterstattung erlangte seine Käsekreation, die er fortan unter dem Namen „Bergader Edelpilz“ verkaufte, überall auf der Welt einen hohen Bekanntheitsgrad. 

Der Name „Bergader“ wurde daraufhin so bekannt, dass heute sogar die Firma selbst diesen Namen trägt. Dabei ist der Name untrennbar mit dem Bergader Edelpilz verbunden: Basil Weixler war nämlich ein leidenschaftlicher Wanderer und wurde von dem von blauen Wasseradern durchzogenen Berg Watzmann an seinen Edelpilzkäse erinnert, der von blauen Edelschimmeladern durchzogen ist. 

Nach diesem Erfolg war Basil Weixler nicht mehr aufzuhalten. In den nächsten zehn Jahren verdreifachte sich die verarbeitete Milchmenge und er baute ein Vertriebsnetz in ganz Deutschland auf.

Nach Basil Weixlers völlig unerwartetem Tod am 25. Juli 1945 führte seine Tochter Charlotte mit ihrem Mann Waldemar Steffel das Unternehmen weiter. Auch heute ist das Unternehmen noch in Familienbesitz und wird von Basil Weixlers Enkelin Beatrice Kress geleitet.

Hier entsteht die Milch für unsere Bergader Käsespezialitäten

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Bergader Milchlieferanten nach Region.

Bergader Milchbauern-Karte